ForgeCrowdBookWe don't sell the fish – we give you the rod.

Wien. Die Stimme.

Sergio erzählt


"Wien", sagt Sergio.

Er lächelt.

"Das ist das Kapitel wo Adam seine Stimme gefunden hat."

Eva: "Seine Stimme?"

Sergio: "Buchstäblich. Er hat angefangen zu singen."


Ubuntu Festival

Adam stand auf der Bühne.

Nicht lange - aber lang genug.

Er sagte drei Sätze die alles zusammenfassten:

"Ubuntu lebt schon. Wir haben es gebaut. In Portugal. Mit unseren Händen."

Das Publikum schaute ihn an.

Jemand fragte: "Wie?"

Adam sagte: "Wir haben einfach angefangen."


Sergio schaut ins Feuer.

"Das war der Moment wo ich verstanden habe - Adam ist kein Theoretiker. Er ist jemand der anfängt."

Eva: "Und die anderen?"

"Die anderen reden noch über Ubuntu wenn Adam schon die Küche gebaut hat."


Genia

Genia - die Russin - verliebt sich in Adam.

Das passiert öfter als man denkt wenn Adam in einem Raum ist. Er hat diese Präsenz - nicht laut, nicht aufdringlich, aber da. Vollständig da.

Sie wollte alles: Verein gründen, Wohnmobil anmelden, Spenden sammeln.

Adam besuchte sie.

Traf ihren Mann.

Amerikaner. Rocksänger. Wacken.

Tonstudio zu Hause.

Adam schaut Eva an.

"Ich habe mich in ihn verliebt. Nicht romantisch - einfach so ein Mensch der sofort versteht was du meinst wenn du sagst: Musik ist Sprache."


Falcos Tochter

Das Festival zog weiter. Nach Graz.

Jemand flüsterte Adam zu: das ist Falcos Tochter.

Falco. "Rock me Amadeus." Der Österreicher der die Welt verstand bevor die Welt ihn verstand.

Adam schaut sie an.

Sie schaut zurück.

Keine große Szene. Kein Drama.

Nur dieser stille Moment wo man jemanden anschaut und denkt: du bist von der gleichen Sorte.

"Warum treffe ich so coole Leute? Bin ich doch schon im Himmel und wirklich tot?"


Ahimsa

Joe Kreisel. Freeman Austria.

Adam hat Videos von ihm gesehen. Schon lange.

Jetzt sitzt er daneben.

Joe und Adam unterhalten sich über Sun-Gazing.

Freeman waren beide schon von Geburt an. Da gibt es nichts mehr zu bereden. Das ist einfach so.


Der Bahnhof

Irgendwo in Österreich. Ein kleiner Bahnhof.

Adam nimmt die Gitarre.

Er hat "Blessed We Are" ins Deutsche übersetzt. Schon vor Wochen in Bayreuth gespielt - aber das war vor dem Finanzamt und da hatte er 2000 Euro in der Tasche.

Hier ist er einfach er.

Er spielt.

Die Menschen schauen. Manche bleiben. Manche werfen Geld. Manche singen mit obwohl sie den Text nicht kennen - sie singen einfach den Klang.

Nach einer Stunde.

Adam schaut in die Gitarre.

Und weiß: das ist meine Stimme.

Nicht die Stimme des Software-Entwicklers. Nicht die Stimme des Autors. Nicht die Stimme des Redners.

Die Stimme die singt.

Die Stimme die immer da war und die er vergessen hatte.


Sergio schaut Eva an.

"Von Wien bis heute - er singt. Nicht immer laut. Manchmal nur für sich. Aber er singt."

Eva lächelt.

"Ich weiß."

Sergio: "Das macht er auch wenn er denkt dass niemand zuhört."

Eva schaut Adam an.

Adam schaut ins Feuer.

"Ich weiß dass du zuhörst."