ForgeCrowdBookWe don't sell the fish – we give you the rod.

Mit 50 Euro im Monat in Portugal

Mein allererstes Buch hatte ich schon vor vielen Jahren geschrieben. Als die Tantiemen anfingen zu kommen, war ich in Portugal.

Zuerst lebte ich in Caldas da Rainha. Ich machte Straßenmusik, bis die Pandemie kam und die Märkte geschlossen wurden. Plötzlich hatte ich kein Einkommen mehr. Also bin ich weiter in den Süden, nach Monchique in die Berge. Jemand hatte mir angeboten, auf seinem Land eine Community aufzubauen.

Die ersten Tantiemen kamen - 50 bis 80 Euro im Monat. Und wisst ihr was? Das hat vollkommen gereicht.

Ich habe mir zweimal 5 Kilo Reis gekauft, dazu Gläser mit vorgekochten Bohnen, die drei Tage hielten. Dazu eine Flasche Olivenöl. Das war mein Essen. Als ich auf Kartoffeln umgestiegen bin, habe ich etwas ganz Praktisches gemacht: Hatten die Kartoffeln schon kleine Keime, habe ich sie halbiert. Eine Hälfte kam in die Pfanne, die andere Hälfte in die Erde. So habe ich mir meine eigenen Kartoffeln angebaut und zugeschaut, wie sie wachsen.

Ich habe sehr sparsam gelebt, mein Übergewicht verloren und meinen Bauch komplett weggekriegt. Mein Hund hat genau dasselbe gegessen wie ich - wir waren beide vegan, er brauchte kein extra Hundefutter.

In dieser Zeit habe ich verstanden: Man muss Land nicht kaufen. Man kann es auch pachten und statt Geld einfach einen Teil der Ernte abgeben. Michael Tellinger spricht beim Ubuntu-Prinzip von zwei Dritteln der Ernte. Ich finde, die Hälfte reicht vollkommen.

50 bis 80 Euro im Monat, ein bisschen Reis, Bohnen, Olivenöl und eigene Kartoffeln - und ich war frei.

Das war eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens: Wir brauchen viel weniger, als wir denken.