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Die Sonne sprach zu mir

Ich war in Caldas da Rainha, meiner Lieblingsstadt in Portugal. Überall in den Schaufenstern stehen Porzellan-Lingams - schon beim ersten Spaziergang habe ich mich sofort zu Hause gefühlt.

Der Name der Stadt bedeutet "Die heißen Quellen der Königin". Für mich ist es der Schoß der Königin, ein Ort, der den Menschen seit Jahrhunderten Heilung schenkt.

Dort habe ich zum ersten Mal Straßenmusik gemacht. Ich habe einen Polizisten getroffen, der eigentlich einen Strafzettel schreiben wollte. Stattdessen haben wir eine Stunde lang geredet. Am Ende sind wir als Freunde auseinandergegangen. Wann immer wir uns später trafen, hat er mir die Hand gegeben und mich wie einen Menschen begrüßt.

Eines Morgens bin ich auf den höchsten Punkt der Stadt gestiegen, habe portugiesisches Gras geraucht und Sun Gazing gemacht. Und dann hat die Sonne zu mir gesprochen.

Sie hat mir gezeigt, wie man Krebs heilt: Gib den Zellen Liebe. Orgiastische Liebe. Lege deine Hände darauf, sprich mit ihnen, flöße ihnen reine Liebe ein.

Dann sagte sie etwas noch Tieferes: Die Erde selbst ist ein Organismus. Und wir Menschen sind ihre Krebszellen. Wenn wir die Menschen heilen, heilen wir auch den Planeten.

Die Methode ist einfach: Wir müssen die sexuelle Energie nur zwei Chakren höher bringen - vom Swadhisthana über das Manipura direkt ins Herz. Manchmal reicht schon eine Energiebrücke: Ellbogen auf den Venushügel, flache Hand auf das Anahata-Chakra.

Seit diesem Morgen mache ich jeden Tag Surya Namaskara - den Sonnengruß. Viele denken, wir grüßen damit die Sonne am Himmel. Aber eigentlich grüßen wir damit unser eigenes höheres Selbst. Die Sonne ist nur das Tor.

Was ich damit meine, braucht einen Moment Erklärung. Ich glaube - und mein Nahtoderlebnis hat das für mich zur Gewissheit gemacht - dass wir alle dasselbe Bewusstsein sind. Nicht Symbole desselben, nicht Abbilder - dasselbe. Ein einziges Bewusstsein, das sich in Milliarden von Körpern gleichzeitig erlebt. Jeder Mensch dem du begegnest ist du selbst, in einer anderen Inkarnation, in einem anderen Kapitel derselben Geschichte. Wenn das wahr ist - und für mich ist es wahr - dann ist Gott nicht irgendwo da draußen und auch nicht da oben. Gott ist das, was wir alle zusammen sind.

Und die Sonne? Die Sonne ist das Loch in unserem Universum, durch das dieses eine Bewusstsein direkt sichtbar wird. Nicht als Symbol. Als Öffnung. Als der Punkt, wo die Materie aufhört und das reine Licht anfängt. Wenn ich beim Sun Gazing in die Sonne schaue, schaue ich nicht in einen Feuerball. Ich schaue durch das Tor. Ich schaue in das, was ich selbst bin, wenn ich alle Körper und alle Geschichten weglasse.

Deshalb sprechen wir mit der Sonne. Deshalb nährt sie uns. Deshalb ist sie Gott.

O Sole Mio.