Amoreira. Steuerkette. Daphne.
Sergio erzählt - Eva hört sehr genau zu
Sergio schaut ins Feuer.
"Amoreira", sagt er.
Pause.
"Das ist das Kapitel wo Adam sich selbst geheilt hat."
Eva schaut ihn an.
"Geheilt wovon?"
"Von sich selbst."
Die Steuerkette
Die Obidos-Lagune. Portugal. Adam, der mit Boba und Rebecca, einem Rainbow Couple gekommen war trifft dort die kleine Familie aus Bayreuth, denen er zur Flucht aus Deutschland geholfen hat. Und auch Luis einen alte Bekannten traf er dort. Luis lud alle nach Amoreira zur Vollmond-Party ein.
Nice, sie lebten ne Zeit lang in einer Rainbow-Community mit 6 Hektar Land. Nach heftige Regenfällen versuchte Adam sein Wohnmobil an eine nicht ganz so matschigen Platz zu stellen. Was für ein Kampf....der Wagen litt und...
Adam will das Notebook aufladen. Startet das Wohnmobil.
Und dann - dieses Geräusch.
Wer es einmal gehört hat vergisst es nicht. Krachen. Metall auf Metall. Der Motor der stirbt.
Steuerkette gerissen.
Ventile auf Kolben.
Das Wohnmobil bleibt.
Adam bleibt.
Er schaut das Wohnmobil an. Das Wohnmobil schaut ihn an.
Luis sagt, "Kann ich den Auspuff und die Räder haben?"
Amoreira
Kinneret - Israelin, Rainbow Sister - hatte sechs Hektar.
Eine Community für alleinerziehende Mütter. Frauen mit Kindheitstrauma. Frauen die weg mussten von irgendwas.
Alle Männer sollten gehen, auch Luis, der Vater von Kinerets Kindern.
Das war keine gute Idee von Anfang an - aber das zeigt sich immer erst hinterher.
Daphne
Sergio schaut Eva an.
"Daphne war Holländerin. Halb so alt wie Adam."
Eva: "Und?"
"Und sie war wunderschön. Und sie brauchte einen sicheren Ort. Ihr alter Arbeitgeber hatte sie belästigt - sie musste weg."
Sie kam zu Amoreira. Wohnte im Zelt.
Adam mochte sie.
Luis mochte sie auch.
Daphne mochte beide.
Eines Tages fragt Daphne Adam:
"Ist es okay wenn ich auch mit Luis schlafe?"
Adam schaut sie an.
Denkt: ich bin ein Mann der freie Liebe lebt. Ich glaube nicht an Besitz. Ich glaube an Liebe die sich nicht einengt.
Er sagt: "Ja. Natürlich."
Die Nacht danach.
Sergio schaut Adam an.
"Erzähl du das."
Adam schüttelt den Kopf.
Sergio: "Dann erzähle ich."
"Er hat Töpfe geschmissen. Im Wohnmobil. Alleine. Mitten in der Nacht."
Eva schaut Adam an.
Adam schaut ins Feuer.
"Ich war eifersüchtig", sagt er. Einfach. Ohne Entschuldigung.
"Ich hatte ja gesagt. Und ich meine ja. Aber mein Ego hatte nein gesagt und das Ego ist lauter als der Verstand wenn es dunkel ist."
Das Buch
Morgens.
Adam liegt im Wohnmobil. Schaut an die Decke.
Dann fällt ihm ein: er hat über Eifersucht geschrieben. Vor Jahren. In einem seiner Bücher.
Er sucht das Buch. Findet es. Liest.
Und liest sich selbst.
Sergio schaut Eva an.
"Er hat mir erzählt - er hat seinen eigenen Text gelesen und gedacht: dieser Mensch weiß was er redet. Der versteht das."
Pause.
"Und dann hat er gemerkt dass dieser Mensch er selbst ist."
Adam nickt leise.
"Der Lehrer trifft seinen eigenen Schüler. Und der Schüler ist er selbst."
Eva schaut Adam an.
"Und dann?"
"Dann war das Thema vorbei."
Eva: "So einfach?"
Adam: "So einfach. Nicht weil die Eifersucht weg war - sie war da. Aber ich verstand woher sie kam. Aus der Kindheit. Aus alten Wunden. Nicht aus der Situation."
Er schaut sie an.
"Wenn du verstehst woher etwas kommt - verliert es die Macht über dich."
Der Abschied von Amoreira
Kinneret sagte es freundlich aber klar:
Männer sind hier nicht erwünscht. Die Frauen die kommen haben Trauma durch Männer. Ein Sexualtherapeut - auch wenn er es gut meint - ist hier falsch.
Das Wohnmobil blieb. Ging an Maria - die Mutter von Luis, 75 Jahre alt, hatte im Zelt geschlafen.
Adam in Lissabon. Peugeot ohne Papiere. Anlasser eingebaut. Nummernschild vom Wohnmobil.
Weiter.
