Partnerschaft und Eifersucht
Das letzte Mal, als ich eifersüchtig war, war als ich mich während eines Tantra-Seminars dazu entschieden habe, die Beziehung zu meiner damaligen Partnerin aus einer offenen in eine feste, geschlossene Beziehung umzuwandeln, um ihr den Halt zu geben, den sie benötigte, um weiter spirituell zu wachsen. Kurze Zeit später sah ich sie, wie sie sich mit einem der Seminar-Teilnehmer unterhielt. Lustigerweise kam mir das wie ein Flirt vor und ich ging zu den beiden hin und sagte ihm, "Wir haben ab heute übrigens eine geschlossene Beziehung, lass sie also bitte in Ruhe." Ich fand es deshalb lustig, weil ich mein Ego dabei beobachtet hatte, die Beziehung zu schützen, obwohl ich der selben Frau ein paar Monate vorher komplette sexuelle Freiheit einräumte, als die Beziehung noch offen war.
Menschen sind doch merkwürdige Tiere.
Mit anderen Worten...ich habe meine eigene Eifersucht nur dadurch kompensiert, in dem ich mir die Freiheit genommen habe, auch mit anderen Frauen zu schlafen. Im inneren habe ich aber gehofft, das meine Partnerin ja nie einen anderen Mann anschaut.
Tja, da hatte bzw. habe ich wohl selber noch eine Baustelle.
Erst vor ein paar Tagen hat mich eine Freundin triggern können. Sie sagte ich bin in einer Kneipe und lass mich voll laufen und habe Spaß. Mein Ego dachte sofort. "Hm das würde ich jetzt auch gerne. Bin aber total blank und muss Zuhause bleiben." "Mist nun sucht sie sich bestimmt jemanden zum Vögeln."
Zum Glück bin ich da jetzt schon einen Schritt weiter. Ich habe kurz den Schmerz gespürt, wusste aber auch gleich, das das nicht wirklich schlimm ist. Ich ging sogar noch einen Schritt weiter und gönnte es ihr. Wünschte ihr viel Erfolg beim Baggern...zumindest so im Gedanken, wohl wissend, dass ich damit umgehen kann, wenn sie es machen würde. Dann ging ich noch einen Schritt weiter und mir wurde bewusst, das sie ja im Außen ist und lediglich von mir dort hin projiziert wurde. Das heißt, das habe ich ja selber in mein Drehbuch geschrieben.
Alles gut ;-)
Eifersucht ist eines der größten Probleme in unserem Leben. Ich meine mal gelesen zu haben, das erst mit dem Anbau von Getreide der Besitz definiert wurde, damit sich nicht jeder einfach Getreide vom Acker nimmt, sondern nur der Bauer dieses Recht hat. Mit diesem Begriff von Besitz wurde dann auch die Frau zum Besitz des Mannes. Das ist noch auf die Sklaverei zurück zu führen. Deshalb gibt es auch die Ehe. Da wurde die Frau, die keinen Beruf erlernen dürfte von einem Mann geheiratet, welcher sie ab dann auch finanziell versorgte. Im Gegenzug führte die Frau das Haus, versorgte die Kinder und Tiere und bot dem Mann ihren Körper zum Sex an. Damit der Mann sich sicher sein konnte, das seine Investition geschützt ist, hat er natürlich keine anderen Männer in der Nähe der Frau geduldet. So etwas gibt es leider heute noch. Auch wollte er sicher gehen, das die Nachkommen, für die er ja nun auch aufkommen musste, ausschließlich von ihm sind.
In der heutigen Zeit sieht es zwar immer noch an einigen Orten so aus, aber dennoch hat sich da viel getan. Man denke da zum Beispiel an die Poly-Bewegung und die Rituale im Tantra, wo die Menschen, die sich dort sexuell vereinigen, eher zufällig zusammengewürfelt werden. Es macht dem Mann dabei nichts aus, wenn seine Frau jemand anderes vögelt, da er ja auch gerade diese Möglichkeit für sich in Anspruch nimmt. Aber da trügt natürlich auch nur der Schein, denn bei einigen Männern gehen bestimmt wilde Gedanken durch den Kopf. "Was ist, wenn er nun besser vögelt als ich?", "Sein Penis ist größer als meiner, muss ich Angst haben, sie an ihn zu verlieren?", "Die kleine, die ich gerade vögel ist aber nicht so gut gebaut wie meine Frau. Ich habe einen schlechten Schnitt gemacht.", und so weiter und so fort.
Ja, da ist noch viel Arbeit vor uns. Das können wir nur auflösen, in dem wir unser inneres Kind heilen und ihm die Liebe geben, die es als Kind nicht bekommen hat. Die Ablehnung der Eltern, die uns eigentlich abtreiben wollten oder die Tatsache, das unsere Mutter uns zur Adoption freigegeben hat haben tiefe Wunden in unser kleines Kinderherz gerissen. Aber auch die Tatsache, das wir von unseren Eltern nicht bedingungslos geliebt wurden, "Ess schön auf, dann habe ich dich auch lieb." oder "Hör auf zu schreien, sonst liebt dich Mutti nicht mehr.", spielen da eine Rolle. Diese Risse im Herzen gilt es erst einmal zu heilen, bevor wir uns in eine Beziehung stürzen und dort hoffen, mit Liebe aufgefüllt zu werden. Die Liebe kann niemals von Außen kommen sondern nur von uns selber ausgehen. Eine Beziehung läuft da nur, weil wir einen Vertrag miteinander geschlossen haben.
"Du liebst mich und dafür liebe ich dich."
Liebt aber einer der beiden Partner noch jemand anderen, so bekommt der andere zu wenig Liebe ab und will dann auch keine Liebe mehr von sich geben. Die Beziehung zerbricht.
All dies sind natürlich nur Konzepte, denn wie gesagt, die Liebe kann nur aus uns selbst heraus entstehen. Wenn wir glauben, das der Mensch gegenüber uns liebt, dann ist das lediglich eine Spiegelung unser eigenen Liebe.
Was nun aber die Eifersucht angeht ist sie immer auf einen Mangel in uns zurückzuführen. Diesen Mangel erzeugen wir quasi jeden Tag selber in dem wir etwas wünschen oder fordern, das wir gerade nicht haben. Zum Beispiel fordern wir schönes Wetter, weil es draußen regnet, und uns der Regen nass macht. Oder aber wir beschweren uns über die heiße Sonne im Sommer, die unsere Haut verbrennt.
Wir können aber auch ganz einfach das annehmen, was ist. Wir können die Sonne annehmen, die uns wärmt. Wir können den Regen annehmen, weil er unsere Nahrung wachsen lässt. Wir haben die Möglichkeit, das was gerade ist, so zu akzeptieren, wie es gerade ist. Das ist viel einfacher. Das kostet uns nichts und wir sind in der Fülle.
Wenn wir uns nun freuen, weil unsere Partnerin gerade mit uns zusammen ist und wir uns übereinander freuen und uns gegenseitig Liebe schenken, weil wir das können, weil davon genug da ist, wir aber trotzdem glücklich sind, wenn unsere Partnerin gerade nicht da ist, wir dafür aber gerade Zeit haben zu Meditieren oder ein schönes Buch zu lesen, dann sind wir in der Fülle. Da spielt es doch gar keine Rolle, was unsere Partnerin gerade macht und mit wem sie das macht. Uns fehlt doch gerade nichts. Wir sind in der Fülle.
Wenn wir unsere Partnerin nun aber zusätzlich noch so sehr lieben und ihr das gönnen, was sie da gerade macht, dann können wir an dieser Begegnung auch noch teilhaben und uns für unsere Partnerin freuen. Wir können sogar noch aus dieser Begegnung dazulernen. Angenommen deine Partnerin sagt dir, "Wow, das Vorspiel gestern war intensiv. Er hat mich mindestens 1 Stunde lang an meiner Yoni geleckt und ich bin drei Mal gekommen, bevor er seinen Lingam sanft in mich eingeführt hat." Aus dieser Erfahrung können wir lernen. Nächstes Mal leckst du sie auch so lange und sie wird hoffentlich ähnlich viel Freude daran haben. Und wenn nicht, dann mache das, was du sonst auch mit ihr machst. Es wird ja einen Grund haben, warum sie es mit dir machen möchte. Irgendetwas machst du halt richtig. Aber gönne ihr die Abwechslung. Erst dadurch kann sie das, was du mit ihr machst, noch mehr genießen. Du möchtest ja auch nicht jeden Tag Milchsuppe essen. Ab und zu ist das mal ganz nett. Aber jeden Tag? Nöö!
Gibst du ihr diese Freiheit wird sie dir sehr dankbar sein und dich beschenken.
Bist du aber mit einer Frau zusammen, die sich von einem nach dem anderen flach legen lässt und du nicht mehr zum Zug bei ihr kommst, dann wird es für dich Zeit, den Haken aus der Wange zu ziehen und wieder zurück in den Teich zu springen. Das musst du nicht über dich ergehen lassen.
