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Erleuchtung nur in Indien?

Viele Menschen reisen nach Indien um dort die Erleuchtung zu erfahren. Das ist aber überhaupt nicht nötig.

Auch ich wollte das vor zwei Jahren machen. Ich hatte schon fast meinen ganzen Hausstand aufgelöst und wollte nach Rishikesh zur Agama-Schule, die von einem meiner Lehrer vor vielen Jahren gegründet wurde. Als ich beim indischen Konsulat in Hamburg ein Visum beantragen wollte, hatte ich aber die falschen Unterlagen mit. Also dachte ich noch einmal über meine Pläne nach.

Auch kamen Gedanken über Flugangst hoch. Nicht das ich damit immer noch ein Problem hatte, aber ich hatte tatsächlich Angst vor der Angst.

So dachte ich tatsächlich über Alternativen nach und kaufte mir stattdessen mein Wohnmobil.

Nun konnte ich überall sein, wo ich sein möchte. Und mein Weg führte mich direkt nach Berlin. Dort machte ich alle noch notwendigen Erfahrungen, die ich auf meinem Weg benötigte.

Ich hatte dort das Paradies auf Erden gefunden.

Eines Tages, es war Sonntag und ich ging spazieren, steuerte es mich Richtung Mauerpark. Von diesem Ort hatte ich noch nie gehört, aber die Rhythmen - jemand spielte Schlagzeug auf Eimern und Blechen - zogen mich magisch an. Überall waren Musiker aus allen Herrgottsländern am spielen.

Ich war gefangen von der Magie dieses Ortes. Noch vor ein paar Jahren war dies ein Todesstreifen. Ein Stück Land zwischen den Mauern, die Berlin in Ost und West einteilte. Menschen starben hier, weil sie in die Freiheit entkommen wollten.

Zwei Jahre später fand ich mich mitten im Geschehen wieder. Ich entschloss mich dort zusammen mit den Menschen aus Afrika Djembe zu spielen. Trommeln, Trommeln, Trommeln. Wow...das ist Medizin. Das ist Meditation in Bewegung. Ich war mit der Droge Musik infiziert.

An einem Tag saß ich am Kuhdamm und spielte alleine Djembe. Da kam eine Frau auf mich zu und wollte mir Münzen geben. Sie fragte mich, "Hast du denn keinen Hut zum Sammeln?" Ich sagte nein, und ließ sie weggehen, ohne das Geld zu nehmen. Hinterher erkannte ich, das es wichtig ist, das Geld anzunehmen. Die Menschen möchten etwas Gutes tun.

Ich hatte mal einen Meister in einem Satsang befragt, ob es nicht unangemessen sei, wenn man jemanden etwas Gutes tut, obwohl man sich bewusst ist, dass das Gute tausendfach zu einem zurück kommt.

Er antwortete: "Das Geben ist schon das Nehmen".

Warum sollten wir so weit reisen, um die Erleuchtung zu erfahren. Es gibt doch alles direkt vor der Haustür. Und schlussendlich müssen wir eine innere Reise antreten, um die Erleuchtung zu erfahren.

Die Reflektionen unseres INNEREN können wir überall sehen und erfahren, dafür müssen wir nicht weit reisen. Überall sehen wir die Göttlichkeit.

"Das Geben ist schon das Nehmen" - Sarmapan